Grußwort von Sandra Khalatbari zum 75. Vertretertag VBE Berlin
Bildungspolitische Sprecherin der CDU Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie im Berliner Abgeordnetenhaus
Sehr geehrte Delegierte,
sehr geehrter Herr Dr. Rüther,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für die Einladung zu Ihrem 75. Vertretertag – einem besonderen Anlass, zu dem ich Ihnen ganz ausdrücklich gratulieren möchte.
75 Vertretertage – das steht für Kontinuität, für Engagement und für eine starke, verlässliche Stimme der Bildung in Berlin.
Ich freue mich sehr, heute bei Ihnen zu sein.
Und ich stehe hier nicht nur als bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus – sondern als jemand, der viele Jahre selbst Schule geleitet hat.
Ich kenne die frühen Morgen, an denen der Vertretungsplan schon vor dem ersten Kaffee Kopfzerbrechen bereitet. Ich kenne die Gespräche mit Eltern, die sich Sorgen machen – und Antworten erwarten. Und ich kenne diese besonderen Momente, in denen man spürt, warum man diesen Beruf gewählt hat: wenn ein Kind über sich hinauswächst, wenn plötzlich etwas gelingt, das lange unmöglich schien.
Diese Erfahrungen verbinden uns. Und sie prägen meinen politischen Anspruch bis heute.
Auch meine eigene Verbundenheit sowie meine Mitgliedschaft beim VBE haben genau dort ihren Ursprung. Sie sind die Stimme der Praxis – klar, engagiert und unverzichtbar. Und genau diese Stimme braucht Politik, wenn sie wirksam sein will.
Nach der Wahlwiederholung 2023 haben wir als CDU Verantwortung für die Bildungsverwaltung übernommen – in einer Koalition, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführt, aber ein gemeinsames Ziel verfolgt: die Schulen in Berlin Schritt für Schritt besser zu machen.
Und dabei war für uns von Anfang an entscheidend: den Blick stärker auf das zu richten, was Sie tagtäglich leisten – und was Sie tagtäglich herausfordert.
Ich denke an eine Lehrerin, die mir schilderte, wie sie in einer einzigen Stunde gleichzeitig unterrichten, Sprachbarrieren überwinden und soziale Konflikte lösen muss. Ich denke an Schulleitungen, die zwischen Personalmangel, Elternanfragen und Verwaltung kaum noch Zeit für pädagogische Führung finden. Und ich denke an viele engagierte junge Kolleginnen und Kollegen, die mit Idealismus starten – und sich zu oft schneller erschöpfen, als uns allen lieb sein kann.
Das ist Realität. Und dieser Realität müssen wir gerecht werden.
Deshalb haben wir in den vergangenen drei Jahren begonnen, zentrale Dinge zu verändern:
Wir stärken die Sprachförderung konsequent, weil sie der Schlüssel für Bildungserfolg ist. Wir gehen neue Wege bei der Gewinnung von Lehrkräften.
Wir geben Schulen mehr Eigenverantwortung – weil Sie vor Ort am besten wissen, was funktioniert. Und wir arbeiten daran, Bürokratie abzubauen, damit wieder mehr Zeit für das Wesentliche bleibt.
Dabei gilt für uns: weniger abstrakte Grundsatzdiskussionen – mehr Orientierung an dem, was im Schulalltag trägt.
Aber ich sage auch ganz offen: Wir sind noch nicht am Ziel. Und wir werden es nur gemeinsam erreichen.
Mit Ihnen. Mit Ihrer Erfahrung. Und mit Ihrer klaren, auch kritischen Rückmeldung.
Der VBE war und ist dabei ein wichtiger Partner – konstruktiv, praxisnah und mit einem klaren Kompass: gute Bildung für unsere Kinder.
Ich danke Ihnen für Ihren täglichen Einsatz, für Ihre Leidenschaft und für Ihre Standhaftigkeit in einem Beruf, der so viel fordert – und so viel bewirken kann.
Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen:
für starke Schulen, für gute Arbeitsbedingungen – und für echte Bildungschancen in unserer Stadt.
Ich möchte zum Schluss einen Gedanken mit Ihnen teilen.
Ich habe einmal einen Schüler erlebt, von dem viele gesagt haben: „Der schafft das nicht.“
Zu große Lücken, zu viele Probleme, zu wenig Unterstützung von zu Hause.
Und ja – es war kein leichter Weg.
Aber es gab eine Lehrkraft, die nicht aufgegeben hat.
Die drangeblieben ist.
Die mehr gesehen hat als die Defizite.
Und am Ende stand da ein junger Mensch mit einem Abschluss – und vor allem mit Selbstvertrauen.
Das ist Schule.
Das ist Ihre Arbeit.
Und genau dafür lohnt es sich, jeden Tag zu kämpfen – auch politisch.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass solche Geschichten in Berlin nicht die Ausnahme sind – sondern die Regel.
Vielen Dank!